Zeitabhängige Evaluation
Chronologische Train-, Validation- und Test-Splits verhindern, dass spätere Marktinformationen unbeabsichtigt in Training, Preprocessing oder Labelbildung einfließen.
Deep Learning · PyTorch · Time-Series Evaluation
Eigenprojekt · abgeschlossenEin PyTorch-basiertes Deep-Learning-Engineering- und Research-System zur Klassifikation zukünftiger Finanzmarkt-Stressregime. MLP-, LSTM- und Transformer-Modelle werden unter einer strikt chronologischen Evaluation miteinander verglichen.
Der Fokus liegt bewusst nicht auf möglichst spektakulären Prognosewerten, sondern auf Leakage-Vermeidung, reproduzierbarem Training, ehrlicher Out-of-Sample-Evaluation, Robustheitsanalyse und nachvollziehbarer Interpretation der Modellgrenzen.
Das Projekt zeigt damit nicht nur Deep-Learning-Modellierung, sondern den vollständigen Engineering-Weg von einer versionierten Datenbasis über reproduzierbares Training und Modellvergleich bis zu Tests, CI, Packaging, Robustheitsanalyse und dokumentierten Systemgrenzen.
Tests
78 / 78
automatisierte Tests erfolgreich
Modelle
3
MLP · LSTM · Transformer
Best Macro-F1
37,38 %
Transformer auf dem finalen Testsplit
Best Macro ROC-AUC
0,6183
Transformer auf dem finalen Testsplit
Relevanz für reale ML-Systeme
Zeitabhängige Evaluation
Chronologische Train-, Validation- und Test-Splits verhindern, dass spätere Marktinformationen unbeabsichtigt in Training, Preprocessing oder Labelbildung einfließen.
Vergleich mehrerer Modellfamilien
MLP, LSTM und Transformer werden unter demselben Evaluationsdesign verglichen. Dadurch steht die belastbare Bewertung von Architekturentscheidungen stärker im Mittelpunkt als die Optimierung eines einzelnen Demo-Modells.
Robustheit und Fehleranalyse
Seed-Stabilität, Robustheitschecks, Explainability und zeitabhängige Fehleranalyse machen sichtbar, wie stark Ergebnisse von Datenlage, Initialisierung und Marktregimen abhängen.
Softwarequalität und Reproduzierbarkeit
78 automatisierte Tests, CI, versionierte Evidence, Dependency-Lock, Package-Build, Wheel-Smoke-Test und Fresh-Clone-Validierung behandeln das Modell als Bestandteil eines reproduzierbaren Softwaresystems.
Forschungsfrage
Finanzmarkt-Zeitreihen sind verrauscht, nicht stationär und anfällig für scheinbar gute Backtests. Deshalb ist das Evaluation Design mindestens so wichtig wie die Architektur des neuronalen Netzes.
Das Projekt behandelt Financial Stress Forecasting als zeitabhängiges Klassifikationsproblem. Historische Informationen werden genutzt, um das zukünftige Stressregime zu prognostizieren, ohne Informationen aus späteren Perioden in Training oder Preprocessing einfließen zu lassen.
Ziel ist kein produktives Trading- oder Investment-System. Das Projekt untersucht vielmehr, wie unterschiedliche Deep-Learning-Architekturen unter realistischen zeitlichen Evaluationsbedingungen abschneiden.
Die verwendete Datenbasis umfasst 6.730 OFR-FSI-Beobachtungen bis August 2026. Der finale Testsplit enthält 1.694 Sequenzen aus dem Zeitraum Januar 2020 bis Juli 2026.
Leakage Prevention
Training, Validation und Test folgen einer chronologischen Reihenfolge. Dadurch kann das Modell beim Training keine Informationen aus späteren Marktperioden sehen.
Skalierung und weitere lernbare Preprocessing-Schritte werden ausschließlich mit Trainingsdaten bestimmt und anschließend unverändert auf Validation und Test angewendet.
Auch die Zukunftslabels werden innerhalb der jeweiligen Splits konstruiert. Damit wird verhindert, dass Labelbildung unbeabsichtigt Informationen über Split-Grenzen transportiert.
Die verwendete Finanzdatenbasis wird als eingefrorener Snapshot mit dokumentiertem Hash behandelt, damit reproduzierte Experimente dieselbe Datenversion verwenden.
Engineering-Ansatz
01
Finanzielle Datenbasis und Zieldefinition
Das Projekt verwendet reale Finanzmarktdaten und eine eingefrorene, per Hash dokumentierte Datenbasis. Ziel ist die Klassifikation zukünftiger Finanzstress-Regime unter strikter zeitlicher Trennung.
02
Chronologisches Evaluation Design
Training, Validation und Test werden zeitlich getrennt. Skalierung wird ausschließlich auf Trainingsdaten gelernt und Zukunftslabels werden innerhalb der jeweiligen Splits konstruiert, um zeitliche Leakage zu vermeiden.
03
MLP-, LSTM- und Transformer-Modelle
Drei neuronale Modellfamilien werden unter einem gemeinsamen Evaluation Design verglichen. Dadurch steht nicht ein einzelnes Modell, sondern der systematische Architekturvergleich im Mittelpunkt.
04
Tuning und Stabilitätsanalyse
Hyperparameter und Modellkonfigurationen werden reproduzierbar untersucht. Mehrere Seeds und wiederholbare Abläufe helfen dabei, einzelne zufällige Trainingsläufe nicht mit belastbarer Modellqualität zu verwechseln.
05
Out-of-Sample-Evaluation
Accuracy, Macro-F1, klassenbezogener Recall und Macro ROC-AUC werden auf zeitlich getrennten Daten ausgewertet. Die Ergebnisse werden bewusst ohne überzogene Leistungsbehauptungen dokumentiert.
06
Explainability und Fehleranalyse
Modellverhalten, Fehlklassifikationen und zeitliche Performance werden untersucht. Explainability dient der Analyse des Modells und wird nicht als kausale Erklärung der Finanzmärkte dargestellt.
07
Robustheit und Reproduzierbarkeit
Robustheitsanalysen, Tests, reproduzierbare Konfigurationen und dokumentierte Evaluationsschritte ergänzen das Training. Der finale Release-Prozess umfasst zusätzlich Linting, CI, versionierte Evidence, Package-Builds, Wheel-Smoke-Tests und Fresh-Clone-Validierung.
Finale Testevaluation
Alle drei Modellklassen wurden unter demselben zeitlichen Evaluation Design getestet. Der Transformer erzielt den höchsten Macro-F1- und Macro-ROC-AUC-Wert, während das MLP die höchste Accuracy erreicht.
| Modell | Accuracy | Macro-F1 | Stress-Increase Recall | Macro ROC-AUC |
|---|---|---|---|---|
| MLP | 43,92 % | 33,44 % | 0,37 % | 0,5801 |
| LSTM | 41,79 % | 36,43 % | 6,89 % | 0,5970 |
| Transformer | 42,44 % | 37,38 % | 8,19 % | 0,6183 |
Was der Transformer verbessert
Gegenüber MLP und LSTM erreicht der Transformer den höchsten Macro-F1-Wert von 37,38 % und den höchsten Macro ROC-AUC von 0,6183.
Was die Ergebnisse nicht zeigen
Die Werte rechtfertigen keine Behauptung eines verlässlich einsetzbaren Stress-Prognosesystems. Insbesondere der Recall für steigenden Stress bleibt mit 8,19 % beim Transformer begrenzt.
Modellarchitekturen
Multilayer Perceptron
Das MLP dient als neuronale Referenzarchitektur ohne explizites Sequenzgedächtnis. Es liefert die höchste Accuracy der drei Modelle, bleibt beim klassenübergreifenden Macro-F1 jedoch hinter den sequenzbasierten Ansätzen.
LSTM
Das Long Short-Term Memory modelliert zeitliche Abhängigkeiten explizit über einen rekurrenten Zustand. Gegenüber dem MLP verbessert sich der Macro-F1-Wert, ohne dass daraus eine generelle Überlegenheit abgeleitet wird.
Transformer
Die Transformer-Architektur nutzt Attention zur Verarbeitung zeitlicher Zusammenhänge und erreicht im finalen Vergleich den höchsten Macro-F1- und Macro-ROC-AUC-Wert.
Evaluation Philosophy
Das Projekt bewertet nicht nur, welches Modell die höchste einzelne Kennzahl erreicht. Accuracy, Macro-F1, klassenbezogener Recall und ROC-AUC beschreiben unterschiedliche Aspekte der Modellqualität.
Gerade bei Financial Stress Forecasting wäre es irreführend, moderate Ergebnisse durch selektive Metriken oder In-Sample-Zahlen stärker erscheinen zu lassen.
Deshalb werden auch schwache Bereiche sichtbar dokumentiert. Die begrenzte Erkennung steigender Stressregime ist eine zentrale Modellgrenze und kein Ergebnis, das im Portfolio versteckt werden soll.
Explainability und Fehleranalyse
Die Evaluation umfasst neben aggregierten Metriken auch Fehleranalysen und eine zeitliche Betrachtung der Generalisierungsleistung.
Explainability hilft dabei, die Reaktion des Modells auf Eingabesignale zu untersuchen. Solche Attributionen werden nicht als Beweis für wirtschaftliche oder kausale Zusammenhänge interpretiert.
Attention- und Attributionsergebnisse werden ausschließlich deskriptiv verwendet. Sie erklären das Modellverhalten im jeweiligen Experiment, nicht die Ursachen realer Finanzmarktbewegungen.
Die Ergebnisse zeigen außerdem, warum ein leistungsfähigeres Architekturkonzept nicht automatisch zu einem belastbaren Finanzprognose-System führt: Datenqualität, Regimewechsel, Klassenverteilung und zeitliche Generalisierung bleiben entscheidende Grenzen.
Robustheit und Stabilität
Seed-Stabilität und Robustheitschecks werden eingesetzt, um zu prüfen, wie stark Ergebnisse von zufälliger Initialisierung und veränderten Bedingungen abhängen.
Dadurch wird verhindert, dass ein zufällig besonders erfolgreicher Lauf als allgemeine Modellqualität dargestellt wird.
Die Robustheitsanalyse ergänzt damit das chronologische Testdesign und unterstützt eine vorsichtigere Interpretation der resultierenden Modellunterschiede.
Technischer Stack
Engineering Quality
Projektstatus
Datenpipeline, Training, Modellvergleich, Evaluation, Explainability und Robustheitsanalyse sind vollständig umgesetzt. Der finale Stand umfasst 78 automatisierte Tests und ist als Release v1.0.1 veröffentlicht.
Die Release-Härtung umfasst versionierte Evidence, einen exakten Python-3.13-Lock, Package-Build und isolierten Wheel-Smoke-Test sowie Fresh-Clone-Validierung. Die moderaten Out-of-Sample-Ergebnisse und die begrenzte Erkennung steigender Stressregime bleiben ausdrücklich als Modellgrenzen dokumentiert.